Manifest für nicht-diskriminierende Sprache(n) während der QueerFem Vernetzungswoche

Das Queerfeministische, inter/antinationale Vernetzungstreffen wird vom 19. bis 25. September 2011 in St Pölten, das sich zwischen Wien und Linz unter der HERRschaft des Österreichischen Staates, der deutsch als die mehrheitssprache reproduziert und durchsetzt.

Wir wollen uns mit struktureller Diskriminierung in einer inter-/antinationalen Umgebung auseinandersetzen, deswegen wollen wir das verschiedene Sprachen verfügbar sind, weil wir niemenschen wegen seine_r (nicht-)gesprochenen Sprache ausschliessen wollen. Wenn eine Person eine Übersetzung benötigt, dann ist das genauso wichtig wie wenn fünf oder zwanzig Personen eine bräuchten, besonders wenn es um nicht-koloniale oder post-kolonial unterdrückte Sprachen geht.

In jedem Workshop, jeder Diskussion, jeder Veranstaltung etc. sollte es die Möglichkeit für die Übersetzung(en) geben, die von den denen die teilnehmen wollen benötigt werden.Es liegt in der Verantwortung der Menschen die den Workshop, die Lesung usw. vorbereiten und der Menschen die am Workshop teilnehmen, am Anfang des Workshops die (Sprach-)Bedürfnisse aller zu erfragen, sowie es in der Verantwortung der Menschen mit anderen(?) Bedürfnissen liegt, ihre Bedürfnisse nach sprachlicher zugänglichkeit zum Ausdruck zu bringen.

Wir bitten alle Menschen die an einer Teilnahme interessiert sind (es spielt keine Rolle ob für einen Nachmittag oder die ganze Woche) uns so schnell wie möglich zu schreiben und uns wissen zu lassen welche Übersetzung(en) wir für welche workshops organisieren sollen (und ob sie die Kapazität haben für jemensch anderen zu übersetzen). Wir denken das Frontalübersetzungen besser sind als Flüsterübersetzungen, weil Flüsterübersetzungen die Menschen für die übersetzt wird ausschliessen, weil sie nicht genauso an der Diskussion teilnehmen können wie die anderen. Im Endeffekt hängt es von den Bedürfnissen der Menschen die an einem workshop teilnehmen wollen ab, in welche Sprachen wie (frontal oder flüsternd) übersetzt wird.

Darüberhinaus erwarten wir von allen Teilnehmenden und Besuchenden des QueerFem Treffens strukturelle Diskriminierung und die unterschiedlichen Bedürfnisse der anwesenden Menschen sehr ernst zu nehmen, nicht nur in den Workshops, sondern auch beim Essen, in der Warteschlange vor det Toilette, oder wenn du fragst wer alles einen Kaffee möchte oder welche (Essens)Allergien jemensch hat oder wer Karten oder verstecken spielen mag.

Es ist keine Vorraussetzung die verschiedenen Sprachen perfekt zu sprechen – in einer antirassistischen Umgebung sollte sich niemensch wegen seine_r (nicht vorhandenen) Sprachkenntnisse, seine_r Aussprache oder Grammatikfehler wegen schämen. Dies ist ein wichtiges Prinzip während des Vernetzungstreffens!
Es ist nicht leicht für jede_n, besonders weil Menschen mit besserer Bildung und höherem Klassenhintergrund, also privilegiertere Menschen, dazu neigen mehrere Sprachen zu sprechen oder es zumindest mit mehr Selbstvertrauen zu behaupten.
Und selbst dann sind sie meistens auf westliche Sprachen, Sprachen der Kolonisatoren und der post-kolonialen Unterdrückung wie Englisch, Deutsch und Französisch, Spanisch beschränkt. Dies ist einer der wichtigen Gründe, warum wir wollen, das Menschen Sprache(n) teilen.

Die Schwierigkeiten mit verschiedenen Sprachen und den ihnen eigenen unterdrückenden Strukturen schliesst auch gegenderte Sprache ein. Die meisten (aber nicht alle) Sprachen unterscheiden zwischen männlichen und weiblichen Geschlechtern, wenn über bestimmte Personen in der dritten Person gesprochen wird, und oft sogar wenn es um Gegenstände, Positionen, Jobs usw. geht. Dies spielt eine große Rolle in der Reproduktion von Hierarchien und es ist ein langer Weg neue Wege des Sprechens zu erlernen ohne Geschlecht zu reproduzieren. Besonders wenn es absolut nicht relevant ist.

Während der QueerFem Woche (und auch nirgendwo anders) sollte niemensch von anderen als weiblich oder männlich oder eine andere Geschlechterkategorie benannt oder gelabelt werden. Die einzig akzeptable Art von Labeling ist freiwillige Selbstidentifikation. Wenn zum Beispiel eine Person sagt, das sie gerne als sie/er/es/X/*/wasauchimmer bezeichnet werden möchte dann solltest du die Person so bezeichnen, ansonsten solltest du erst fragen was die Person mag.
Dies bedeutet natürlich nicht, daß mensch Privilegien und strukturelle Dominanz nicht benennen darf, oder das über Gender in einem Kontext wo es nicht nur wichtig sondern das Hauptthema der Diskussion oder der Nachricht ist nicht gesprochen werden darf. Manchmal ist es wichtig über Genders oder Sexualitäten zu reden um über Privilegien reden zu können. Wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen uns gegenseitig ernstzunehmen und Sprach und Gender hierarchien zu überwinden, und sie nicht zu vergessen!

Wir wollen nicht, daß es auf dem QueerFem Treffen eine dominante Sprache gibt, wir wollen die Bedürfnisse der verschiedennen Menschen mit verschiedenen Hintergründen so gut wie möglich erfüllen. Dafür müssen wir so schnell wie möglich über deine Bedürfnisse Bescheid wissen (auf der Website oder per email). Es wird am Gelände die Möglichkeit geben die verschiedenen (Sprach)bedürfnisse am Anmelde/infopoint Tisch anzugeben, aber wir müssen die Übersetzer_innen im voraus organisieren. We need all the participants to take this very seriously in the way they deal with each other during the networking meeting and hopefully after as well in their lives. Wir bitten alle Teilnehmenden dies sehr ernst zu nehmen und im alltäglichen Miteinander während der QueerFem Woche, und hoffentlich auch danach in ihrem Leben, zu beachten.

Wir wollen euch auch ermuntern jederzeit eure Hilfe beim übersetzen anzubieten, jetzt oder später oder spontan vorort! Alle Hilfe ist willkommen um eine so nicht-diskriminierende, offene Atmosphäre wie möglich zu schaffen! Feedback about our concept, our way of dealing with languages is also very welcome! Feedback zu unserem Konzept, unserer Art und Weise wie wir mit Sprachen umgehen ist ebenso sehr willkommen.

Queerfeministische antirassistische grüsse
PlanLos! vernetz2

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

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